Zurück

Neues aus der Ernährungsforschung

Sind gesättigte Fettsäuren überhaupt gefährlich?

Die „Fetthypothese der koronaren Herzkrankheit“, der zufolge „gesättigte Fettsäuren (SFA) Cholesterin-Konzentration (LDL-C) steigern und folglich das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen erhöhen, prägte die Ernährungsempfehlungen der letzten 60 Jahre, zunächst in den USA und später auch in Europa.

Über die Jahre mehrte sich Evidenz aus Epidemiologie und kontrollierten klinischen Studien, dass der Konsum von SFA per se nicht mit einem erhöhten kardiovaskulären Risiko einhergeht bzw. die Einschränkung des Konsums von SFA keine präventive Wirkung zeigt.

Hierzu ist ein Übersichtsartikel zur Bedeutung gesättigter Fettsäuren für das Herz-Kreislauf-Risiko (mit freiem Zugriff) in der Kardiologie-Zeitschrift „Herz“ erschienen, den unser Referenzpartner Dr. Nicolai Worm zusammen mit weiteren Autoren verfasst hat. 

Die Fokussierung auf den SFA-Gehalt negiert die biologisch heterogenen und zum Teil biologisch günstigen Wirkungen unterschiedlicher SFA. Zudem wird hierbei außer Acht gelassen, dass SFA in intakten Lebensmitteln in unterschiedliche komplexe Matrizes eingebunden sind, die aus Dutzenden Nährstoffen mit unterschiedlicher Struktur und Begleitstoffen bestehen und damit jeweils unterschiedliche biologische Antworten und metabolische Effekte auslösen. Entsprechend sind solche nährstoffbasierten Empfehlungen prinzipiell wenig zielführend und zudem schlecht umsetzbar. Hinzu kommt, dass LDL‑C kein geeigneter Marker ist, um den Effekt von Lebensstilintervention wie der Ernährung oder aber der körperlichen Aktivität auf das globale kardiovaskuläre Risiko zu beurteilen.

Zur Originalarbeit